Michele De Lucchi

Geboren 1951 in Ferrara, zog es Michele De Lucchi in den 70er Jahren nach Florenz, wo er Architektur studierte – und die Design-Revolution ausrief. Inspiriert von den Farben und Formen der Popkultur gründete er während seines Architekturstudiums die Gruppe „Cavart“, die „radikales Design“ entwarf. Von 1978-80 entwickelte er Projekte mit der Gruppe Alchimia und gründete zusammen mit Ettore Sottsass und Barbara Radice die Design-Bewegung Memphis, die mit den Regeln des Funktionalismus brach.

In den 80er Jahren entwickelte er als Industriedesigner wegweisende Produkte für Unternehmen wie Artemide, Vitra, Philips, Siemens oder Olivetti, die er 10 Jahre lang als Director of Design begleitete. Mit seinem Architekturbüro realisierte er in vielen europäischen Ländern anspruchsvolle Projekte – unter anderem für die Deutsche Bank oder Telecom Italia. Einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden Arbeiten im Kulturbereich wie für das Triennale Design Museum in Mailand, den Palazzo delle Esposizioni in Rom oder das Neue Museum Berlin. In jüngster Zeit entwickelte Michele De Lucchi mit seinem Team zahlreiche Architekturprojekte in Georgien wie das Innenministerium des Landes oder die Friedensbrücke in Tiflis.

Ich habe die Leuchte Tolomeo 1986 designt. Vielleicht sollte ich eher sagen, dass ich sie erfunden habe, denn am Anfang stand die Idee für ihren Mechanismus.

Der Mechanismus entstand bei der Beobachtung von Anglern mit ihren Trabucchi, den uralten Fischergalgen, die in Apulien verbreitet sind und bei denen die Stangen, an denen das Netz befestigt ist, von Seilen gehalten werden. Es schien mir intelligent, dass man mit einem Hebelarm und einem Kabel eine Stange aufhängen kann, an der etwas befestigt wird. Das war mein Bezugsrahmen, als ich die Tolomeo entwarf.

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